CFP: "Kometen des Geldes": Ökonomie und Exil" (Wien)

Die Exilbibliothek wird gemeinsam mit der Gesellschaft für Exilforschung e. V. von 28. bis 30. März 2014 eine Internationale Tagung zum Thema „Kometen des Geldes. Exil und Ökonomie“ veranstalten.

Call for papers

„Kometen des Geldes“. Ökonomie und Exil

Tagung der Gesellschaft für Exilforschung e.V.

28. bis 30. März 2014, Literaturhaus Wien

Die Tagung wird sich erstmals in systematischen Studien und Fallgeschichten mit dem Zusammenhang von Ökonomie und Exil beschäftigen. Angestrebt wird die Einbeziehung bisher weitgehend unerforschter Praxis- und Erfahrungsfelder von ExilantInnen unterschiedlicher sozialer, ideologischer und professioneller Provenienz in allen Phasen des Exils. Wie diese Praxis ausgesehen hat, soll unter anderem in Einzeluntersuchungen zu emigrierten UnternehmerInnen und Geschäftstreibenden und deren beruflichen Strategien, Möglichkeiten und Erfolgen in den Fluchtländern deutlich werden.

Dazu gehören Fragen nach Firmenbeziehungen vor der Vertreibung, zum Transfer von Firmen und Firmenvermögen, zu Netzwerken von Organisationen und Einzelpersonen im Exil. Gab es „typische“ Verläufe von Firmengeschichten unter Exilbedingungen, gab es Kontakte zwischen Unternehmungen und kulturellen oder politischen Gruppierungen im Exil? Untersuchungen zu Erfolgsgeschichten / Fehlschlägen von Unternehmen können Aufschluss geben über strukturelle Bedingungen und Branchen in den jeweiligen Exilländern. Ökonomie des Exils kann aber auch heißen: Ökonomische Theorie im Exil, die solcherart die bereits gut eingeführte Theorie und Geschichte der Wissensemigration berührt. Wie verhielten sich emigrierte Ökonomen zu den Theoriediskursen und Denkstilen der Kollegen in den Zufluchtsländern und wie wurden überhaupt die neuen Erfahrungen dort intellektuell verarbeitet? Auf Kunst und Kultur bezogen ist nach den Thematisierungen der materiellen Lebensbedingungen in Literatur, Publizistik, Film oder Kunst des Exils zu fragen. Wie bildeten sich in Veröffentlichungen oder in persönlichen Dokumenten Wirtschaft und Geld im  Alltag des Exils ab? Das schließt literarische, journalistische und wissenschaftliche Reflexionen über das Funktionieren der NS-Wirtschaft sowie die strukturelle Kontinuität nach 1945 ein.

Mögliche Themenfelder:

•Vorgeschichte(n) 1933/1938: Expatriierung als Expropriation

•Lebens und Arbeitspraxis unter Asylbedingungen im Exil

•Möglichkeiten und Strategien ökonomischen Überlebens, „Existenzminimum“

•Hilfsorganisationen, Komitees, Netzwerke

•Preisausschreiben, Mäzenatentum, Financiers


•Erwerbstätigkeit im Exil: neue Existenzen für Frauen und Männer, auch jenseits 

der Ursprungsberufe und -qualifizierungen

•Firmengründungen, Wirtschaftskarrieren


•EmigrantInnen in Wirtschaftsprogrammen von Regierungen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen

•Berufsfelder, Unternehmensgeschichten, Wirtschaftswissenschaft

•Nachgeschichte(n), Rückkehr, Restitution

Ihre Vorschläge (ca. 1.800 Zeichen) mit einer kurzen Biografie erbitten wir bis 31. Juli 2013 an:

Dr. Ursula Seeber / Mag.

Veronika Zwerger

Österreichische Exilbibliothek im Literaturhaus

1070 Wien, Seidengasse 13, Österreich

Mail: us@literaturhaus.at/ vezw@literaturhaus.at

www.literaturhaus.at

www.exilforschung.de

 

JAS Volume 45, Numbers 1-2 (Spring/Summer 2012)

Transient

Articles

The Poetics of Ritual in Diaspora: Anna Mitgutsch's Familienfest and Vladimir Vertlib'sLetzter Wunsch

Christina Guenther

Der Wiener Privatdetektiv Markus Cheng--Charlie Chan in Österreich?
Elke Sturm-Trigonakis

Performing Cannibalism: Werner Schwab'sÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM
Heike Henderson

Atemschrift: Ernst Jandl's Experimental Poetics of Affirmation
Katja Stuckatz

Der unzuverlässige Erzähler im Bergwerk: Zu zwei Aspekten der Faschismusanalyse in Hermann Brochs Verzauberung
Julian Reidy

Reviews
Philippe Sollers, Mysterious Mozart.
Lyle T. Barkhymer

Ian Roe, Ferdinand Raimund.
Arne Koch

Rupert Klieber, Jüdische-Christliche-Muslimische: Lebenswelten der Donaumonarchie, 1848-1918.
Laura A. Detre

Stefanie Arend, Innere Form. Wiener Moderne im Dialog mit Frankreich.
André Schwarz

Paul Michael Lützeler, Hermann Broch und die Moderne: Roman, Menschenrecht, Biographie.
Vincent Kling

Claudia Bamberg, Hofmannsthal: Der Dichter und die Dinge.
Steven R. Cerf

David S. Luft, trans. and ed., Hugo von Hofmannsthal and the Austrian Idea: Selected Essays and Addresses, 1906-1927.
Robert Dassanowsky

Lorenzo Bellettini and Peter Hutchinson, eds.,Schnitzler's Hidden Manuscripts.
Dagmar C. G. Lorenz

Konstanze Fliedl, ed., Arthur Schnitzler: Leutnant Gustl.
Max Haberich

Imke Meyer, Männlichkeit und Melodram: Arthur Schnitzlers erzählende Schriften.
Vincent Kling

Volker Steffen, Kafkas [Un-]Glück: Zur negativen Dialektik des Schreibens.
Ruth V. Gross

Gabriele C. Pfeiffer, Kommt Herbei! Eintritt Frei. Comoedianten sind da. Ich erzähle Euch die Geschichte vom Dario-Fo-Theater in den Arbeiterbezirken.
Horst Jarka

Natalia Shchyhlevska, Deutschsprachige Autoren aus der Bukowina.
Joseph W. Moser

Alexandra Kleinlercher, Zwischen Wahrheit und Dichtung: Antisemitismus und Nationalsozialismus bei Heimito von Doderer.
Vincent Kling

Gerda Hofreiter, Allein in die Fremde. Kindertransporte von Österreich nach Frankreich, Großbritannien und in die USA 1938-1941.
Nele Hempel-Lamer

Katrin Schneider, "Viele Philosophen sind des Dichers Tod": Elias Canettis Die Blendung und die abendländische Philosophie.
Dagmar C. G. Lorenz

Marc-Oliver Schuster, H. C. Artmann's Structuralist Imagination: A Semiotic Study of His Aesthetic and Postmodernity.
Pamela S. Saur

Attila Bombitz and Martin Huber, eds. "Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?" Ein Symposium zum Werk von Thomas Bernhard.
Francis Michael Sharp

Renata Plaice, Spielformen der Literatur: Der moderne und der postmoderne Begriff des Spieles in den Werken von Thomas Bernhard, Heiner Müller und Botho Strauß.
Morgan Koerner

Karin Hochradl, Olga Neuwirths und Elfriede Jelineks gemeinsames Musiktheaterschaffen. Ästhetik, Libretto, Analyse, Rezeption.
Karl Ivan Solibakke

Roxane Riegler, "Das Verborgene sichtbar machen": Ethnische Minderheiten in der österreichischen Literatur der neunziger Jahre.
Christina Guenther

Joachim Rickes, Die Metamorphosen des "Teufels" bei Daniel Kehlmann.
Edward Muston

Robert von Dassanowsky and Oliver C. Speck, eds., New Austrian Film.
Stephen Brockmann

Christoph Fuchs, Recht und Ordnung oder "Come and Shoot in Austria": Österreichische KriminalFilmGeschichte(n).
Anita McChesney

Susanne Blumesberger, Hrsg., Frauen schreiben gegen Hindernisse. Zu den Wechselwirkungen von Biografie und Schreiben im weiblichen Lebenszusammenhang.
Heike Henderson

Renate Giacomuzzi, Stefan Neuhaus, und Christiane Zintzen, Hrsg., Digitale Literaturvermittlung. Praxis--Forschung--Archivierung.
Susanne Blumesberger

Daniel Gilfillan, Pieces of Sound: German Experimental Radio.
Paul J. Buchholz

Elisabeth Krimmer, The Representation of War in German Literature: From 1800 to the Present.
Neil Christian Pages

Veza and Elias Canetti, Briefe an Georges.
William Collins Donahue

Stefan Zweig, Journeys.
Birger Vanwesenbeeck